Ein Journalist wird verfolgt. Nicht trotz seiner Ironie. Wegen seiner Ironie. Willkommen in Deutschland 2026.
Jan Fleischhauer stellt eine satirische Frage in einem Podcast. Eine einzige Frage. („Wie heißt die AfD-Jugend jetzt eigentlich? (…) ‚Generation Hoffnung‘ oder ‚Generation Deutschland erwache‘?“). Eine Privatperson zeigt ihn an. Die Staatsanwaltschaft eröffnet ein Strafverfahren. Drei Jahre Haft möglich. Für einen Witz. Der Paragraf, der hier zum Einsatz kommt, kennt eigentlich auch Ausnahmen für Journalisten und Satire. Die Ermittler kennen diese Ausnahmen offenbar nicht. Oder sie wollen sie nicht kennen.
Gleiches bei Norbert Bolz: ironischer Tweet, Hausdurchsuchung. Gleiches bei Rentner in Heilbronn: „Pinocchio“ auf Facebook, Ermittlungsverfahren.
Die Justiz lässt Gewalttäter auf Bewährung laufen, aber sie kann Satiriker verfolgen. Dafür reicht die Kapazität immer.
Fleischhauer sagt es selbst: Er hat einen Verlag mit Anwälten im Rücken. Aber was ist mit dir? Was passiert, wenn DU morgens im Schlafanzug die Tür öffnest und die Polizei vor dir steht, weil du einen Satz geschrieben hast, den jemand nicht lustig fand?
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