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Home Politik

In Russland rollt der Rubel

Gaspreis steigt um 50% an der Börse in Amsterdam – Europa muss teuer kaufen

Andreas Schmidtby Andreas Schmidt
25. Januar 2026
in Politik, Energiewende, News

Gaspreis gibt richtig Gas

Russland profitiert vom rasanten Kursanstieg

In den vergangenen Wochen ist der TTF-Future, der maßgebliche Benchmarkpreis für Gas-Spotlieferungen in Europa, um fast 50 Prozent gestiegen. Eine Entwicklung, die in vielen Medien nur am Rande oder völlig unkritisch behandelt wird. Profiteure dieser Preisexplosion sind vor allem jene Anbieter, die nicht durch langfristige Lieferverträge an niedrige Preise gebunden sind – insbesondere LNG-Lieferanten. Im Kern gehört dazu auch Russland.

Vom günstigen Pipelinegas zum teuren Spotmarkt

Deutschland hatte über Jahrzehnte große Mengen Pipelinegas aus Russland bezogen – über langfristige Verträge zu äußerst günstigen Konditionen. Preise von rund 15 Euro pro Megawattstunde sorgten für bezahlbare Energie, internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und sozialen Frieden.

Diese Phase ist beendet. Heute deckt Deutschland große Teile seines Gasbedarfs über den Spotmarkt ab – zu Preisen von rund 40 Euro pro Megawattstunde. Das bedeutet: mehr als doppelt so teuer. Politisch gewollt, wirtschaftlich selbstschädigend.

Russland verkauft weniger – verdient aber nicht weniger

Für Russland wirkt sich diese Entwicklung paradoxerweise positiv aus. Ein erheblicher Teil der Gasexporte wird mittlerweile ebenfalls am Spotmarkt verkauft – nicht zuletzt, weil Europa bewusst auf günstiges Pipelinegas verzichtet.

Unterm Strich erzielt Russland aktuell monatliche Gaserlöse von rund 5 bis 5,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht in etwa dem Niveau vor den Sanktionen – obwohl

  • kein Gas mehr per Pipeline nach Europa geliefert wird und

  • die exportierten Gasmengen insgesamt um rund 33 Prozent gesunken sind.

Mengenmäßig wurden Teile davon nach Asien umgelenkt. Zwar zu niedrigeren Preisen aufgrund langfristiger Verträge, aber insgesamt ausreichend, um Einnahmeverluste zu kompensieren.

Ölexporte: Gleiches Bild, andere Abnehmer

Ein nahezu identisches Bild zeigt sich bei den Ölexporten. Russland exportiert heute sogar mehr Öl als im Jahr 2021: rund 5,0 Millionen Barrel pro Tag gegenüber etwa 4,8 Millionen Barrel damals. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Menge, sondern im Zielmarkt. Die Abnehmer heißen heute China und Indien, nicht mehr Deutschland oder Europa.

Zwar liegen die Preise pro Barrel aufgrund von Rabatten und eines etwas niedrigeren Ölpreises unter früheren Spitzenwerten, doch die Gesamterlöse bewegen sich weiterhin auf vergleichbarem Niveau. Der vielfach prophezeite Einnahmenkollaps blieb aus.

Rohstoffe: Goldgräberstimmung statt Krise

Für Russlands Rohstoffsektor zeichnet sich ab 2026 sogar eine regelrechte Goldgräberstimmung ab. Bereits heute sprechen die Zahlen eine klare Sprache:

  • 2021 lagen die Rohstoffexporte bei rund 80 Milliarden US-Dollar

  • aktuell steuern sie auf über 120 Milliarden US-Dollar zu

Besonders stark ist Russland bei strategischen Rohstoffen:

  • Gold: rund 50 Milliarden US-Dollar Jahresproduktion

  • Palladium: etwa 40 Prozent Weltmarktanteil und ca. 7 Mrd USD Exporterlöse für 2026 erwartet. Ohne Palladium kein Dieselfahrzeug da es wesentlicher Besatndteil in den Katalsatoren ist.

In diesen Bereichen ist Russland global kaum zu ersetzen – Sanktionen hin oder her.

Wirtschaftsdaten im Realitätscheck

Ein Blick auf die harten Wirtschaftsdaten der vergangenen vier Jahre verstärkt dieses Bild erheblich. Entgegen der jahrelang verbreiteten Untergangsszenarien ist die russische Wirtschaft seit 2021 um mehr als 10 Prozent gewachsen. Deutschland hingegen verzeichnete im gleichen Zeitraum Stagnation oder Schrumpfung.

Auch bei den Reallöhnen ergibt sich ein für viele überraschendes Bild. In Russland stiegen die Reallöhne seit Beginn des Ukraine-Krieges um rund 20 Prozent. In Deutschland dagegen stagnierten die Reallöhne über Jahre hinweg oder gingen real sogar zurück – trotz steigender Staatsausgaben und massiver Eingriffe in den Energiemarkt.

Besonders auffällig ist zudem die Entwicklung der Staatsverschuldung. Russland weist weiterhin eine extrem niedrige Verschuldungsquote von rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf – ein historisch niedriger Wert. Gleichzeitig haben sich nahezu alle westlichen Industrienationen, darunter Deutschland, die USA und zahlreiche EU-Staaten, in den vergangenen Jahren massiv neu verschuldet, um die Folgen der eigenen Energie- und Sanktionspolitik abzufedern.

Der große Medien-Irrtum

Der seit Jahren von vielen Mainstream-Medien beschworene Zusammenbruch der russischen Exporterlöse und der angebliche wirtschaftliche Kollaps sind komplett ausgeblieben. Stattdessen erleben wir eine Berichterstattung, die häufig faktenfrei, aus dem Zusammenhang gerissen oder offen propagandistisch wirkt.

Widersprechende Zahlen und Analysen werden ignoriert, relativiert oder diskreditiert.

Ein verlorener Wirtschaftskrieg

Diese Entwicklung ist hochrelevant. Europa – und insbesondere Deutschland – hat einen Wirtschaftskrieg gegen Russland begonnen, der haushoch verloren wurde. Die negativen Folgen treffen nicht Russland, sondern:

  • deutsche Unternehmen,

  • energieintensive Industrien,

  • und letztlich die Bevölkerung durch steigende Preise und sinkenden Wohlstand.

Stimmung kippt langsam

Die mediale und politische Dauereskalation – wirtschaftlich wie militärisch – hat die Lage weiter verschärft. Kritische Stimmen werden aus einer vermeintlich moralischen Überlegenheit heraus diskreditiert.

Doch langsam dreht sich die Stimmung. Immer mehr Menschen erkennen, dass man sich in einer wirtschaftlichen und politischen Sackgasse befindet.

Die Realität lässt sich auf Dauer nicht wegmoderieren.

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Tags: GasGasppipelineGoldPalladiumrusslandUkraine Krieg

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